Guter Vorsatz: Richtig anlegen im Jahr 2016

Kurz vor Weihnachten kamen überraschende Nachrichten aus den USA hereingeschneit: Nach Jahren historisch niedriger Zinsen erhöhte die US-Notenbank erstmalig den Leitzins um ein Viertelprozent. Anleger in Deutschland hofften daraufhin auf einen ähnlichen Impuls für den Euroraum. Dieser blieb, ebenso wie der Schnee zum Weihnachtsfest, bisher jedoch leider aus. Und nach Meinung vieler Experten zeichnet sich auch für die nächste Zeit keine signifikante Kursveränderung bei der Europäischen Zentralbank ab. Wie es scheint, wird man hierzulande – Draghi sei’s gedankt – wohl noch eine Weile auf höhere Zinsen warten müssen.

Aber heißt das, dass wir uns nach der grünen Weihnacht nun auf graue Anlage-Aussichtigen für 2016 einstellen sollten? – Nein, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Wer sich zum Jahreswechsel vorgenommen hat, sein Geld im neuen Jahr gut anzulegen, kann mit der richtigen Strategie trotz anhaltendem Zinstief einiges für sich herausholen.

Der Mix macht‘s

Um Geld optimal zu nutzen, empfiehlt sich nach wie vor eine Kombination verschiedener Vermögensanlagen. Denn durch einen Mix von Anlageformen bietet sich die Möglichkeit, auf Sicherheit und finanzielle Flexibilität gleichermaßen zu setzen und darüber hinaus Chancen für höhere Renditen zu eröffnen.

Neben traditionellen Sparbüchern (deren Zinsen mittlerweile keine Maus mehr hinterm Ofen hervorlocken können) sind vor allem Tages- und Festgeldkonten die Klassiker unter den Anlagemöglichkeiten. Während Festgeldkonten Geld für einen bestimmten Zeitraum mit gleichbleibender Verzinsung binden, kann über Tagesgeld jederzeit verfügt werden. Diese finanzielle Flexibilität geht jedoch zulasten der Zinsen – sie sind im Vergleich zu Festgeldkonten geringer und können von der Bank täglich neu festgelegt werden.

Flexibilität und Risikobereitschaft

Wir alle brauchen ein gewisses Maß an finanzieller Liquidität: Nach Einschätzung von Finanzexperten sollten stets mindestens drei Nettogehälter für ungeplante Ausgaben zu Verfügung stehen. Wer seine Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto platziert, muss jedoch genau hinschauen, denn die Zinsen können von Bank zu Bank um mehr als ein Prozent variieren. So bieten einige Geldinstitute ihren Kunden gerade einmal 0,25 % Zinsen an, während andere Dienstleister mit bis zu 1,5 % aufwarten können. Geld, das für mittelfristige Projekte wie Haus- oder Autokauf angelegt wird, ist am besten auf Festgeldkonten aufgehoben. Diese bieten Sicherheit und gleichzeitig höhere Zinsen als Tagesgeldkonten. Sie sind damit ebenfalls eine sinnvolle Komponente in der Anlagestrategie.

Aber auch wenn die Festgeld-Zinsen die des Tagesgeldes übersteigen: Wer auf ordentliche Renditen hofft, muss in sein Anlagepaket zusätzlich Elemente wie Aktienfonds integrieren. Denn um überdurchschnittliche Erträge zu erzielen, ist gerade in der aktuellen Finanzlage eine gewisse Risikobereitschaft vonnöten. Mit risikoärmeren Fonds wie Staatsanleihen kombiniert, kann das Verlustrisiko jedoch individuell abgestimmt werden – je nach finanziellem Polster und persönlicher Mentalität.

 

Und wie sieht es aus mit Immobilien?

Immobilien sind noch immer eine der wenigen Möglichkeiten, geringe Anlagerisiken mit der Aussicht auf gute Renditen zu verbinden. Vor allem bei einer Investition in aufstrebenden Lagen wie Leipzig oder Dresden kann man auch heute noch von einer attraktiven Wert-und Mietpreisentwicklung ausgehen. Wer eine Immobilie (mit-)finanzieren lässt, profitiert sogar von der Zinspolitik, da entsprechend dem Leitzins auch der Zinssatz für Soll-Zinsen so niedrig wie nie zuvor ist. Trotzdem sollten Verbraucher bei der Immobilienfinanzierung nicht ausschließlich auf die günstigsten Zinsen schauen, sondern das gesamte Finanzierungskonzept unter die Lupe nehmen.

Und noch ein kleiner Trost zum Schluss

Die Zinsen sind gering – wer sein Geld anlegen möchte, bekommt das immer wieder schmerzlich zu spüren. Gute Zeiten, so scheint es, also nur für denjenigen, der Geld leihen möchte. Eines wird bei dieser Einschätzung jedoch leicht übersehen: Nicht nur die Zinsen sind niedrig – die derzeitige Inflation ist es auch. Während die Inflationsrate im Jahr 2008 noch bei über 2,5 Prozent lag, sind es aktuell nur 0,3 Prozent. Früher waren somit zwar die Zinserträge höher, unser Geld war jedoch gleichzeitig einer viel stärkeren Entwertung ausgesetzt. Rechnet man diese Faktoren gegeneinander auf, geht es uns heute finanziell gar nicht wirklich schlechter als früher – auch wenn unser Gefühl uns diesbezüglich etwas anderes sagt.

Vermögenswerte bewahren, etwas Neues wagen, Anlagestrategien überdenken: Was auch immer Sie sich für 2016 vorgenommen haben, wir von comitatus sind und bleiben an Ihrer Seite!

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