Frauen und Geldanlagen

Lange Zeit herrschte das Vorurteil, dass Frauen und Geldangelegenheiten einfach nicht zusammenpassen würden. Folglich waren es meist die Männer, die sich um die heimischen Finanzen kümmerten. Heute ändert sich diese Aufgabenverteilung jedoch: In einer Zeit, in der Frauen längst nicht mehr nur Ehefrauen oder schöne Anhängsel sein wollen, sondern auch beruflich durchstarten, ist es ihnen immer wichtiger, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Auch in Sachen Geldanlagen treffen Frauen zunehmend eigene Entscheidungen.

Die Zeiten, in denen Frauen sämtliche Finanzthemen den Männern überließen, sind längst Geschichte. Umfragen zeigen hingegen, dass sich das sogenannte „schöne Geschlecht“ immer häufiger selbst mit Versicherungen, Sparverträgen und Kapitalanlagen auseinandersetzt. So gaben zum Beispiel auf der Finanzmesse „Invest“ im Mai dieses Jahres mehr als 50 Prozent der befragten Besucherinnen an, in punkto Geldanlagen selbst zu entscheiden. Ein weiteres Drittel setzt nach eigener Aussage auf Teamwork und spricht sich bei diesem Thema mit dem Partner ab, während bei gerade einmal 16 Prozent allein den Partner entscheidet, wie sich das schwerverdiente Geld am besten investieren lässt: Tendenz weiterhin sinkend.

(Nicht nur) Sicherheit zählt

Im Vergleich zu Männern gelten Frauen im Allgemeinen als weniger risikofreudig. Man sagt ihnen eine geringer ausgeprägte Spielermentalität und eine insgesamt vorsichtigere Grundhaltung nach. Und in der Tat lassen sich die besagten Eigenschaften auch am weiblichen Anlageverhalten ablesen.

Da die traditionell besonders sicheren Geldanlagen wie Tages- und Festgeldkonten in der derzeitigen Zinslage kaum mehr Erträge abwerfen, muss, wer überhaupt noch etwas dazugewinnen will, sich zwangsläufig in Richtung Wertpapiermärkte orientieren. Das gilt – aller Vorsicht zum Trotz – auch für Frauen. Es überrascht also nicht, dass ganze 79 Prozent der befragten Frauen auf der „Invest“ angeben, selbst über Wertpapiere zu verfügen. Anlegerinnen setzen dabei meist auf Aktien, das klassische Finanzprodukt für Börseneinsteiger. Darüber hinaus sind aber auch Investmentfonds bei vielen Damen beliebt. Anleihen und Derivate stehen hingegen weniger hoch im Kurs, obwohl gerade sie nach Meinung von Finanzexperten in Zeiten großer Marktschwankungen interessant sein können.

 

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Geldanlage geben Frauen als Priorität häufig „Sicherheit“ an: Sie ist für fast die Hälfte der Investorinnen der ausschlaggebende Faktor, wenn es darum geht, Geldanlagen abzuwägen. Auch die Verfügbarkeit des Geldes und nachhaltiges Investieren finden viele Frauen wichtig. Für immerhin ein Drittel der Frauen ist jedoch eine hohe Rendite entscheidend.

Warum Frauen anders investieren

Wie angenommen sind Anlegerinnen zögerlicher als ihre männlichen Pendants, wenn es um risikoreiche Investments geht. Dies liegt jedoch nicht nur am weiblichen Naturell, sondern hat oft ganz handfeste Gründe. So ist es leider noch immer der Fall, dass Frauen trotz bester Ausbildung und großem Engagement im Beruf häufig benachteiligt sind. Selbst in höchsten Positionen verdienen sie im Schnitt weniger als ihre Kollegen, und auch heute sind es in der Regel die Mütter, die aufgrund von Kindererziehung berufliche Auszeiten hinnehmen müssen. Verpasste Karrierechancen und Einbußen in der Rente sind die Folge.

Von „Nummer Sicher“ zu „Nummer Erfolgreich“

Aufgrund der nach wie vor bestehenden Schieflage in Sachen Einkommen und Karriere neigen Frauen dazu, in ihren Geldanlagen eher auf zuverlässige Finanzaussichten als auf die ganz große Renditechance zu setzen. Dies kann dazu führen, dass ihnen einige attraktive Einnahmequellen entgehen. Andererseits treffen sie durch ihr bedachtes Vorgehen nicht selten die besseren Entscheidungen. Denn während Männer sich von steigenden Aktienkursen und der Hoffnung auf große Gewinne leicht beeinflussen lassen, wollen Frauen in der Regel ganz genau verstehen, worin sie eigentlich investieren. Dadurch sind sie gegen überstürzte Investments meist gefeit.

So steckt Frau Männer in die Tasche

Und auch wenn es um zukunftsträchtige Sachwertanlagen geht, scheinen Frauen den Männern manchmal einen Schritt voraus zu sein. Für viele Damen steht nämlich die „Birkin Bag“ auf der Liste sinnvoller Geldanlagen ganz oben. Und das offenbar zu Recht: Die nach der Sängerin Jane Birkin benannten Handtaschen sind mit Preisen ab 8000 Euro aufwärts zwar nicht gerade billig in der Anschaffung, tragen dafür aber ein ordentliches Renditepotenzial in sich. So werden schon heute bei der Versteigerung seltener Exemplare Summen von über 200.000 Euro erzielt. Männer können da nur noch staunen!

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