Aus alt mach mehr: Anlagetrends in der Zinsflaute

Geld aufs Sparkonto bringen und dafür ordentliche Zinsen kassieren? Nein, kein Märchen – aber leider schon eine ganze Weile her. Wer heutzutage mehr aus seinem Vermögen machen will, muss dank andauernder Niedrigzinsen schon ein wenig kreativer werden. Neben klassischen Investitionen kommen deshalb für immer mehr Menschen auch ungewöhnlichere Anlage-Möglichkeiten infrage. Besonders im Trend: Sachwerte, die bereits einige Jahre auf dem Buckel haben. Zwei der beliebtesten alternativen Geldanlagen wollen wir hier einmal vorstellen.Gold auf vier Rädern

Oldtimer haben Aufschwung. Während die Fortbewegungsmittel früherer Tage lange Zeit vor allem Liebhaber und Technikfreaks begeisterten, stehen sie seit einigen Jahren auch bei Kapital-Anlegern hoch im Kurs. Seit Beginn der Niedrigzinsperiode steigt das Interesse an Fahrzeugen mit einem Alter von über 30 Jahren stetig an. Als Altersvorsorge soll es neben dem Picasso überm Sofa heute am besten auch noch ein historisches Rennauto in der Garage sein. Vergleicht man die derzeitigen Kurse, dann wird klar, dass die Nostalgie-Fahrzeuge tatsächlich mehr sind als ein schönes Hobby: In Sachen Wertsteigerung fahren die Blechkisten vielen Aktien schlichtweg davon und lassen auch Gold im Moment ziemlich glanzlos aussehen.

Laut Experten handelt es sich aber eben vornehmlich um Fahrzeuge im Hochpreissegment, also ab einem Wert von 150.000 Euro, die eine Investition aus Anlegerperspektive wert sind. Hier werden die Preise auch in den nächsten Jahren kräftig steigen, sodass Investoren weiterhin mit Renditen im zweistelligen Bereich rechnen können. Oldtimer in dieser Preisklasse sind somit eine gute Möglichkeit, Geld – im wahrsten Sinne – gewinnbringend zu parken. Bei Modellen mit einem Kaufpreis von unter 100.000 Euro wird die Wertsteigerung zu großen Teilen von Ausgaben für Erhaltung und Aufbewahrung, Reparaturen und Versicherungen „aufgefressen“. Investieren lohnt sich in diesem Fall nur, wenn das Interesse als Liebhaber an erster Stelle steht – nicht der Wunsch nach relevantem Vermögenszuwachs.

Flüssiges für doppelt hohe Prozente

Hakushu und Chichibu? Wer dabei an Kampfsportarten denkt, irrt gewaltig. Stattdessen hat man es hier mit der Geldanlage der Zukunft zu tun – zumindest wenn man der Meinung asiatischer Investoren Glauben schenkt. Diese setzen in Sachen Vermögenszuwachs nämlich vermehrt auf Whisky. Am stärksten gefragt sind bis dato die traditionsreichen Whiskys aus Schottland, aber auch japanische Produkte – wie die eingangs genannten Sorten – erfreuen sich zunehmend größerer Beliebtheit. Entscheidend für guten Whisky ist, dass sein gesamter Inhalt aus einer einzigen Brennerei stammt und ausschließlich gemälzte Gerste verwendet wurde („Single Malt“). Außerdem sollte er mindestens zehn Jahre gereift sein. Wie beim Oldtimer gilt auch hier: Je älter, desto wertvoller.

Und was ist nun von dieser innovativen Geldanlage zu halten? In der Tat sagen viele Experten dem alkoholischen Getränk ein gutes Anlagepotential nach. Hochwertig, begrenzt verfügbar, Nachfrage steigend: Wer aktuell in Whisky investiert, scheint sein Portfolio damit um eine sinnvolle Komponente zu erweitern. Das Interesse am Whisky boomt, und da die Destillerien diesen Trend in den 90er-Jahren noch nicht vorausgesehen haben, werden die Bestände langsam knapp. Mit dem richtigen Whisky im Schrank können Anleger somit auch in puncto Renditen auf hohe Prozente hoffen. Damit sich diese gegebenenfalls auch wirklich lohnen, sollte man jedoch mindestens 10.000 Euro ins flüssige Investment stecken.

 

Anders als Wein bedarf Whisky keiner aufwändigen Lagerung und büßt auch in vielen Jahren nichts an Geschmack ein. Und das ist gut so: Denn obwohl dem Hochprozentigen als Kapitalanlage eine tolle Entwicklung prognostiziert wird, raten einige Fachleute nur dann zum Kauf, wenn es dem Kunden auch selber schmeckt. Sollte es mit der Wertsteigerung nämlich einmal doch nicht klappen, bleibt zumindest der eigene Trinkgenuss.

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